Weniger Hamsterrad. Mehr von dem, worin du wirklich gut bist.
Warum mein KI-Avatar 81 Jahre alt istDrei Tage, drei Zahlen: was mein KI-Experiment an Zeit und Geld kostet und was bisher dabei herauskommtIn der letzten Ausgabe habe ich dir etwas Falsches erzählt. Heute stelle ich es richtig, mit Zahlen. KI-Avatare haben mich immer genervt. Viel Blödsinn, wenig Mehrwert. Sie und dieser erdrückende AI Slop ziehen dem Internet den Rest seiner geschundenen Seele raus. Gleichzeitig wollte ich seit Langem wissen, wie man so einen eigentlich baut und was dafür zu tun ist. Diese Woche habe ich es gemacht. Ich unterrichte KI und hatte bis dahin noch nie etwas auf Instagram hochgeladen. Seit heute ist ein Video online, und die Frau darin gibt es nicht. Skeptisch bin ich immer noch. Aufregend war es trotzdem: Es hat länger gedauert als geplant, zu 100 Prozent zufrieden bin ich nicht, aber ich baue endlich, statt nur zuzuschauen. Zuerst die KorrekturIn der letzten Ausgabe habe ich geschrieben, man solle laut einem YouTube-Video von Mark Tilbury einen KI-Avatar in sechs Tagen bauen und damit in derselben Zeit 1.000 Dollar verdienen. Das war ungenau. Es waren sieben Tage, und die 1.000 Dollar Gewinn waren sein Ziel, nicht sein Ergebnis. Er hat es selbst nicht erreicht. Die 1.000 Dollar, die am Ende wirklich fließen, verschenkt er aus eigener Tasche an einen Zuschauer in den Kommentaren. Dass er das offen zeigt, rechne ich ihm an. So ein Fehler passiert schneller, als man denkt. Genau deshalb steht er hier oben und nicht im Kleingedruckten. Die sieben Tage sind für mich ohnehin vom Tisch: Das Experiment läuft bis 1. November, nebenbei. Warum ich es trotzdem mache? Aus drei Gründen. Ich will Higgsfield, Claude Code und Cowork aus eigener Arbeit kennen. Ich will Social Media dort üben, wo Fehler nichts kosten: lernen, wie man Follower gewinnt, und testen, was funktioniert und was nicht. Mein eigener Kanal steht nämlich bei null Followern. Und die Kosten sollen wieder hereinkommen. Du kennst diese Videos. Sieben Tage, 1.000 Dollar, alles automatisch. Nachprüfen kannst du davon nichts, und trotzdem bleibt das Gefühl, etwas zu verpassen. Mich ärgert daran vor allem eines: Wer Zahlen verspricht, soll sie zeigen. Was ein KI-Versprechen wert ist, sagen dir drei Zahlen. Meinungen gibt es genug. Hier sind meine nach drei Tagen. Vorher kurz: Das ist LivBeim AI Slop will ich auf keinen Fall mitmachen. Deshalb habe ich mir vor dem Start eine Bedingung gestellt. Wenn ich schon einen baue, dann einen, der etwas nützt. Liv Halden ist 81, trägt einen weißen Zopf bis zur Hüfte, eine runde rote Brille und eine graue Lodenjacke. Ihr Thema ist Longevity, also gesünder und länger leben. In dieser Nische verkaufen dir sonst gefühlt Männer um die 30 im schwarzen T-Shirt das hohe Alter. Meine erste Version war Ende 40, die habe ich verworfen, der Kontrast war zu schwach. 81 ist das Ziel, um das es allen geht, also sieht Liv so aus. Du findest sie auf Instagram unter @liv.to.100. Liv Halden. Es gibt sie nicht, und das sagt sie auch dazu. Liv hat drei Regeln, und die sind nicht verhandelbar:
Zahl 1: Zeit4 bis 5 Stunden in drei Tagen. Geplant sind 2,5 pro Woche. Viel Zeit haben die Bilder und das erste Video gefressen. Es gibt unglaublich viele Optionen, und jede sieht nach der besseren aus. Irgendwann habe ich einfach entschieden, damit ich ins Tun komme und nicht im Konfigurieren hängen bleibe. Ab jetzt will ich täglich posten. 2,5 Stunden pro Woche sind dann rund 21 Minuten pro Post, inklusive Quellencheck für die Ampel. Das geht nur auf, wenn die Automatisierung trägt. Automatisiert ist bisher nichts, ich stoße jeden Schritt von Hand an. Zahl 2: Geld22,80 Euro für das Higgsfield-Abo. Mein Claude-Abo um 21,60 Euro habe ich sowieso, das rechne ich dem Experiment nicht zu. Mein Deckel liegt bei 100 Euro. Higgsfield verkauft Credits in drei Tarifen, Listenpreise pro Monat ohne Steuer:
Ich habe den Starter. Ein Clip von 10 bis 12 Sekunden hat mich 20 Credits gekostet, umgerechnet rund 1,70 Euro, und das mit einem mittleren Modell. Größere und bessere Modelle kosten wesentlich mehr: Laut Preisliste sind es bei Google Veo 3.1 rund 40 Credits für vier Sekunden, bei Seedance 2.0 in 4K rund 110 Credits für fünf Sekunden. Die ehrlichere Zahl ist eine andere. Mein erstes Video hat mit Figur, Stimme und allen Versuchen 84 Credits gekostet, fast ein Drittel des Monats. Übrig sind 186. Das reicht für acht bis neun Clips, bis 1. November brauche ich bei einem Post pro Tag aber noch 29. Meine Entscheidung: Ich verbrauche zuerst die Credits und steige dann mit ziemlicher Sicherheit auf Plus um. Rechnet Higgsfield wie beim Starter, sind das rund 71 Euro, zusammen knapp 94. Damit ist mein Deckel praktisch erreicht, bevor ich einen Euro verdient habe. Diagnose: Budget stabil, Prognose ungünstig. Zahl 3: ErgebnisBefund nach drei Tagen: Liv lebt, Automatisierung nicht nachweisbar. Die Figur ist gebaut, die Stimme erstellt, der Instagram-Kanal eröffnet, ein Video online. Am 1. November kannst du mich an drei Dingen messen:
Das Geld soll ein Arbeitsbuch bringen: ein Plan über mehrere Tage mit einer Gewohnheit pro Tag zum Abhaken, dazu ein Tracker und Rezepte. Preis 10 bis 15 Euro. Mit dem Upgrade muss ich 9 bis 13 Stück verkaufen, Plattformgebühren nicht eingerechnet. Gebaut ist davon noch nichts. Was du heute mitnimmst, auch ohne Avatar
Ob am 1. November 1.000 Follower und 30 Euro Gewinn dastehen, weiß ich nicht. Dann weiß ich es aber selbst und muss es mir nicht mehr von YouTube erzählen lassen. Den Zwischenstand bekommst du in den nächsten Ausgaben kurz am Ende, die Abrechnung nach dem 1. November. Auch wenn die Zahlen nicht schön sind. Welches Vorhaben schiebst du seit Monaten vor dir her, weil du es erst „richtig“ machen willst? Deine Prognose: Schaffe ich die 1.000 Follower bis 1. November? Antworte auf diese Mail mit Ja oder Nein und deiner Schätzung für den Follower-Stand. Die Auflösung kommt mit der Abrechnung. Aus dem Pinzgau Die Eishockey-Saison hat wieder begonnen. Ich bin Fan des EK Zell am See, und der Saisonstart der Eisbären war gut, 3 Siege und 1 Niederlage. Heute läuft auch ein Spiel gegen Kitzbühl. Ich freue mich auf viele spannende Spiele. Und noch etwas zu Liv: Die Idee für meinen Avatar kommt aus dem Buch „Die Alterslüge“ von Dr. Lara Vadlau. Ich lese es gerade und teste laufend Tipps und Methoden daraus. Seit ich das mache, fühle ich mich besser und fitter. Ampel dafür: Gelb. Eine Person, keine Vergleichsgruppe. Empfehlen kann ich das Buch trotzdem. Bis nächste Woche, Hans Peter P.S. Liv beendet jedes Video mit demselben Satz: „See you at a hundred.“ Ich wäre fürs Erste mit 1.000 zufrieden. ;-) |
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