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Zielgruppenanalyse mit KI: Hör zu, was deine Kunden denken.

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KI Praxis Insider

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Wie du an einem Vormittag hörst, was Kunden denken

Warum du nachlesen solltest, was deine Kunden denken, bevor du für sie schreibst

Ich habe 1.211 Beiträge von Unternehmern über KI lesen lassen. Der häufigste Gedanke stand auf keiner meiner Listen.

In meiner Laufbahn saß ich oft in diesem einen Meeting. Kurz vor Mittag. Alle hungrig, alle genervt. Der Kaffee ausgetrunken oder kalt. Nur der Beamer summte, die einzige Konstante im Raum.

Sechs Leute, ein Thema: Was braucht der Kunde?

„Ich glaube, die wollen eher…“ „Nein, die brauchen…“

Keiner von uns hatte in den letzten Wochen mit einem Kunden gesprochen. Ich auch nicht. Ich dachte: Wie kann man so arbeiten?

Dann fiel der Satz, der jede Diskussion beendete: „Der Geschäftsführer vom Kunden hat gesagt, das Problem ist X.“

Ab da war X Gesetz. Niemand fragte, ob der Geschäftsführer die Probleme seiner Leute überhaupt kennt. X war eine Vermutung. Wir haben trotzdem darauf hingearbeitet.

Jeff Bezos hat einem solchen Meeting einmal den Stecker gezogen. Sein Kundenservice-Chef zeigte stolz eine Zahl: Kunden warten an der Hotline weniger als 60 Sekunden. Bezos glaubte das nicht. Er wählte vor allen die eigene Hotline. Dann warteten sie, ohne ein Wort. Laut Bezos „mehr als zehn Minuten, glaube ich“.

Sein Fazit: „Wenn die Daten und die Anekdoten nicht übereinstimmen, haben meistens die Anekdoten recht.“

In kleinen Firmen passiert dasselbe, nur ohne Besprechungsraum. Du schreibst deine Website, dein Angebot, deinen nächsten Post. Und du schreibst sie aus deinem Kopf.

Wer für Kunden arbeitet, sollte ihnen zuerst zuhören. Das war schon vor der KI so.

Wer sein Angebot aus dem eigenen Kopf baut, beantwortet Fragen, die keiner stellt. KI kann an einem Vormittag lesen, was deine Kunden in 45 Tagen geschrieben haben. Hier sind drei Gründe, warum das die erste Aufgabe sein sollte, die du der KI gibst, noch vor jedem Chatbot.

Grund 1: Zuhören zeigt dir, was du falsch vermutest

Auf die Idee gebracht hat mich Callan Faulkner von The Uncommon Business. Vor jeder Masterclass lässt sie eine KI durchsuchen, was ihre Zielgruppe in den letzten 45 Tagen online über KI geschrieben hat. Heraus kommen fünf Gedanken, die zwischen einem Unternehmer und der KI stehen.

Bei ihrer Zielgruppe, Unternehmern mit 1 bis 10 Millionen Dollar Umsatz, lauten sie: Ich nutze es eh schon. Mein Betrieb ist zu klein. Passt nicht zu meiner Branche. Ich bin nicht technisch genug. Ich habe keine Zeit.

Hätte ich unterschrieben.

Also habe ich es selbst gemacht, vor allem für den deutschsprachigen Raum: 1.211 Beiträge aus Reddit, 45 Tage, sechs Unternehmer-Communities von r/selbststaendig bis r/Handwerker. 283 davon drehen sich um KI.

„Zu klein“ und „nicht technisch genug“ tauchen dort kaum auf. Ganz oben steht etwas, das nicht auf meiner Liste war:

„Finger weg von generative AI wenn du irgendwie seriös wirken willst“

Gleiche Methode, andere Antwort. Hätte ich Callans Liste einfach übernommen, wäre das, als würde ich für meine Ballschule Passübungen planen, ohne je beim Spiel zugeschaut zu haben. Die Kinder sind dort noch damit beschäftigt, in welche Richtung das Tor steht.

Und es wird nicht leichter. Ein Beitrag in r/selbststaendig mit 106 Upvotes trägt den Titel „Kunden die alles besser wissen weil „hat ja die KI gesagt““. Deine Kunden fragen die KI, bevor sie dich fragen. Wer nicht weiß, was sie dort denken, geht ohne Wetterbericht auf den Großglockner.

Grund 2: Zuhören zeigt dir, wo KI hingehört

Das sind die fünf Gedanken aus meinem Lauf:

  1. KI wirkt billig.
  2. Das bastle ich mir selbst.
  3. Ist doch nur ein besseres Google.
  4. Die KI versteht mein Geschäft nicht.
  5. Schon wieder einer, der mir KI verkaufen will.

Der erste ist der lauteste. Einer in r/smallbusiness schreibt: Hebt bei einer Firma eine KI ab, legt er auf und ruft die Konkurrenz an. 37 Leute haben ihm zugestimmt.

Daraus folgt eine Regel, die auf einen Bierdeckel passt: vorne Mensch, hinten KI. Wo dein Kunde dich erlebt, am Telefon und in der Antwort auf seine Bewertung, bleibst du. Wo er dich nicht sieht, darf die KI arbeiten.

Kundengedanken lesen ist genau so ein Einsatz. Dein Kunde sieht davon nichts, außer dass deine Website auf einmal seine Frage beantwortet.

Grund 3: Zuhören zeigt dir, wo du anfängst

Vielleicht denkst du jetzt: Das ist was für Techniker. Meinen Lauf habe ich mit einem Werkzeug namens Apify gemacht, abgeschaut bei Pietro Montaldo. Das brauchst du für den Anfang nicht.

Du sitzt abends am Küchentisch, der Laptop ist offen, die Kinder schlafen. Mehr Setting brauchst du nicht.

Es reicht die Recherche-Funktion von Claude oder ChatGPT. Bei Claude heißt sie Research, bei ChatGPT Deep Research. Gib ihr einen Auftrag wie diesen:

Durchsuche öffentliche Foren, Bewertungen und Diskussionen der letzten 45 Tage. Zielgruppe: [deine Kunden, zum Beispiel Hausbesitzer in Salzburg, die ihre Heizung tauschen wollen]. Finde die fünf Gedanken, die sie vom Kauf abhalten. Zu jedem Gedanken: wörtliche Zitate mit Link zur Quelle. Erfinde keine Zitate. Wenn du zu wenig findest, sag es.

Noch einfacher: Kopier deine letzten 20 Google-Bewertungen, die deiner zwei stärksten Mitbewerber und drei Kundenmails ohne Namen in einen Chat. Frag: „Welche fünf Sorgen tauchen hier immer wieder auf?“

Dann kommt der wichtigste Schritt. Leg deine Website daneben und frag: „Wie gut beantworte ich diese fünf Gedanken, und wo gar nicht?“

Lies die Zitate trotzdem selbst. Die KI liest schneller als du, hält aber gern einmal einen Witz für eine Meinung. Ein Automatisierungs-Anbieter in r/selbststaendig hat es auf den Punkt gebracht: „die KI bringt die Idee und deine Steuerberaterin prüft“. In deinem Fall prüfst du.

Dein Schnell-Check

  • Schreib heute die drei Gründe auf, warum Kunden bei dir nicht kaufen. Aus dem Kopf.
  • Lass die KI suchen, mit dem Auftrag oben oder mit deinen Bewertungen.
  • Leg beide Listen nebeneinander und ändere den ersten Satz deiner Website.

Stell dir vor, dein nächstes Angebot beantwortet den Einwand, bevor dein Kunde ihn ausspricht. Dafür musst du kein Techniker werden. Du musst nur nachlesen, bevor du schreibst.

Welchen Satz deiner Kunden kennst du bisher nur aus deinem eigenen Kopf?

Wenn du willst, mache ich den Lauf für deine Branche. 30 Minuten online: Wir schauen gemeinsam, welche fünf Gedanken deine Kunden haben und wo deine Website sie schon beantwortet. Antworte einfach auf diese Mail mit deiner Branche.

Aus dem Pinzgau

Die Berge werden weiß, der Schnee kommt, und die Herbstferien beginnen. Die letzten Tage hatten wir noch wunderschönes Herbstwetter, ideal zum Radfahren und für den Bike Park in Bruck an der Großglocknerstraße. Der Pinzgau verwandelt sich gerade in eine bunte Herbstlandschaft.

Bis nächste Woche,

Hans Peter

P.S. Zwischenstand Liv: 6 Follower. Der beste Beitrag hat 147 Aufrufe, die anderen 10 bis 50. Ich finde, die Beiträge werden immer besser, belegt mit aktuellen Quellen. Vielleicht ist genau das das Problem: zu wissenschaftlich. Ich habe geraten, was ankommt, statt nachzulesen. Kommt dir bekannt vor? Als Nächstes kommen Clips mit Gesprächen zwischen Liv und erfundenen Personen. Viel getestet, viel gelernt, ich bin zufrieden.

P.P.S. Den Live-Umbau von aimadesimple.at hatte ich für den 15. Oktober versprochen. Er ist nicht vergessen, nur verschoben. Er kommt.l

Quellen: Bezos-Geschichte nacherzählt bei Barchart · die Reddit-Auswertung schicke ich dir auf Anfrage.

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